Ginkgo biloba – der Jahrtausendbaum wurde am 14. November gepflanzt

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt für das Pflanzen von Bäumen. Zur Pflanzung des Jahrtausendbaumes hatte das Freie BürgerBündnis geladen. Die Veranstalter freuten sich, trotz starken Windes nahezu 40 Leute aus Birkenhain, Großbeeren und Berlinbegrüßen zu können. Somit wurde dem Baum die Aufmerksamkeit zuteil, die ihm das Gremium „Kuratorium Baum des Jahres“ zugedacht hat. Ein Jahrtausendbaum, das ist schon eine besondere Sache. Für den stattlichen Baum wurde deshalb auch ein exponierter Standort außerhalb der Reihe gewählt.

Mit einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe eröffnete Herr Leo Behnke die Pflanzaktion am Radweg nach Birkenhain. 1815 schrieb der Dichter:

Ginkgo biloba
„Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst Du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?

Herr Unterdörfer gab mit einem Jagdhorn-Solo dann den Auftakt für die praktische Pflanzung. Die tatkräftigen Pflanzer hatten große Mühe wegen eines steinreichen Untergrundes. Dennoch bekam der Baum eine großzügig ausgehobene Grube, viel Kompost, einigen Dünger, viel Wasser und Haltepfähle für ein gerades ungestörtes Wachstum. 
Vielleicht fanden sich auch deshalb so viele Leute am Samstagnachmittag ein, weil dem Ginkgo auch heute noch etwas Geheimnisvolles anhaftet. Sein fächerförmiges zweigeteiltes Blatt ist unverwechselbar und sein Alter ist fast nicht erklärbar. Er ist das älteste lebende Fossil der Pflanzenwelt. Für uns fast unvorstellbar; die Wurzeln des Ginkgo reichen etwa 300 Millionen Jahre zurück. Noch mehr über den Ginkgo ist, wie bei den anderen Bäumen am Weg,  auf der jeweils davorstehenden Informationstafel nachzulesen; für moderne Handy-Nutzer auch über den QR Code.

Nach getaner Arbeit ein „Halali“ mit dem Jagdhorn, dann gab es heiße Getränke und kräftige und süße Sachen. Sogar Kekse in Ginkgoblatt-Form waren im Angebot! Es war eine sehr angenehme Atmosphäre; erst die Arbeit und die Gespräche im Wind, dann das Aufwärmen und die Freude über den gemeinsamen Einsatz für Naturschutz und Ortsgestaltung.
Am 25. April nächsten Jahres wird der Baum des Jahres 2016, die Winter-Linde, gepflanzt.